ein sommer wie er nicht schöner und endloser sein könnte.
johann - an der schwelle zum erwachsenwerden - sucht einen freund.
da taucht ludwig in seiner schule auf, mit schlohweissen haaren und klatschnass - johann weiss:
es wird etwas passieren. "er kannte sich mit toten aus".
ludwigs elternhaus steht unter einer grossen autobahnbrücke,
von der wieder und wieder selbstmördern in ihr ende springen.
schon in der ersten nacht, die johann bei seinem freund verbringt, sucht ein junges mädchen dort seinen tod.
dieses erlebnis und das gemeinsame rudern in einer disziplin, die der novelle und dem drehbuch ihren namen
gibt - zweier ohne - schweisst eine freundschaft zusammen, in der ludwig stets der stärkere,
der diese freundschaft inspirierende und vorwärtstreibende bleibt, und so johann eine hülle gibt,
in der er sich endlich aufgehoben fühlt.
doch ihre gemeinsamkeit findet bald grenzen: als sie endlich ein mädchen gefunden haben,
das bereit ist, mit ihnen beiden in derselben nacht ins bett zu gehen, eine junge russin.
was für johann eine grosse erfahrung wird, verunglückt für ludwig.
hier öffnet sich der zwiespalt dieser freundschaft: ludwig sucht sein glück in eine immer
totaler werdenden gemeinsamkeit, die als ideal das zwillingsein anstrebt und johann findet weiteres glück
in der liebe zu ludwigs schwester vera. das wagt er aber nie, seinem freund zu rzählen,
er weiss, dass er ihn damit tief verletzen würde.
aber ludwig weiss von dieser liebe. und es verletzt ihn tief. so sucht er die letzte grosse gemeinsamkeit herzustellen: den gemeinsamen tod...
buch: jobst christian oetzmann
kamera: volker erhard
musik: dieter schleip
montage: cosima schnell
ausstattung: peter menne
regie: jobst oetzmann
redaktion: michael andre
produktion: joachim ortmanns
Pressestimmen:
Psychologisch fein gesponnenes Coming-of-Age-Drama über gefährliche Todeßehnsucht
und eine bedingungslose Freundschaft zwischen zwei Halbwüchsigen.
Erneut nimmt Jobst Oetzmann eine literarische Vorlage von dem Schriftsteller und "Spiegel"-Journalisten
Dirk Kurbjuweit als Vorlage. Wie in "Die Einsamkeit der Krokodile" geht er auch in "Zweier Ohne"
auf Spurensuche in die Provinz und bewegt sich zwischen "normaler" und "verrückter" Welt.
Ludwig gilt als ausgeflippt und unberechenbar, ist vom Internat geflogen und erhält nun eine letzte Chance am
Gymnasium, seine Mitschüler belächeln ihn als Albino, nur der 17jährige Johann ergreift Partei für ihn.
Mit der Folge, daß nachts das Telefon klingelt und Ludwig wie ein Wirbelsturm in sein Leben bricht. Das
"enfant terrible" zieht den eigentlich friedlichen Johann in einen Strudel gefährlicher Emotionen.
Die beiden eint ihre Leidenschaft für das Sportrudern "Zweier Ohne", also ohne Steuermann.
Sie eilen von einem Sieg zum anderen, bis ein Zwillingsduo ihnen Konkurrenz macht. Auch die zwei Jungs treten
bald wie Zwillinge auf, mit Glatze und gleichen Klamotten, fühlen sich stark und weisen die anderen in ihre Grenzen.
Daß Johann sich in die Schwester des Freundes verliebt, führt in die (vorhersehbare) Katastrophe.
Psychologisch perfekt zeichnet Oetzmann die Beziehung zwischen den Halbwüchsigen, die sich ein eigenes Universum schaffen,
in dem der todeßehnsüchtige Ludwig immer mehr Macht über seinen Sportpartner gewinnt, der ihm aber durch die erste
Liebe immer weniger gehört. Das Unheil kündigt sich sukzeßive an durch zunehmende Unberechenbarkeit und radikale Rache
des älteren, die an deßen 18. Geburtstag bei einer rasanten Motorradfahrt in einem ultimativen Gemeinschaftserlebnis explodiert.
Die bewußte Abgrenzung der Protagonisten von allem, was ihre Freundschaft beeinträchtigen könnte,
unterstreicht die Kamera von Tomas Erhart in flirrenden Bildern: Die Freunde hoch auf der nie fertig gestellten und bei
Selbstmördern beliebten Brücke über Ludwigs Elternhaus, das sich in deren drohenden Schatten wie vor
einem Schlag duckt, die Weite der Landschaft und damit die Verlockung von Freiheit vor ihren Augen. Dagegen gesetzt
die Intimität zwischen dem Liebespaar in der Enge des Wohnwagens. Jacob Matschenz in seiner wilden Verrücktheit
und Tino Mewes mit seinem entwaffnenden Charme bilden das ideal gegensätzliche Gespann, zu dem Sophie Rogall als weiblicher "Störfaktor" stößt.
Margit Köhler, Blickpunkt Film
"Eine melancholisch angehauchte Ode an die Jugend
und ihre Träume, die sich nicht immer erfüllen."
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